Bescheid-Prüfung — wir schauen drüber, bevor du Geld verlierst.
Jedes Jahr wandern Millionen Euro an Bürgergeld- und Grundsicherungs- Leistungen verloren, weil Bescheide nicht oder zu spät auf Fehler geprüft werden. Wir setzen genau dort an — bevor die Widerspruchsfrist abläuft.
Das Problem: Bescheide sind kompliziert, Fehler sind Alltag
Ein durchschnittlicher Bewilligungsbescheid vom Jobcenter ist 4–8 Seiten lang, voller juristischer Verweise auf § 11b SGB II, § 22 SGB II, § 21 Abs. 3 SGB II — und kommt in einer Sprache, die selbst geübte Lesende ratlos zurücklässt. Wer Migrationsgeschichte hat, Deutsch noch lernt, oder einfach gerade in einer belastenden Lebenssituation ist, hat praktisch keine Chance, jede Position einzeln auf Richtigkeit zu prüfen.
Dabei sind die häufigsten Fehler keine Exoten — sondern Klassiker, die sich immer wieder zeigen:
- Falsche Regelbedarfsstufe: Volljährige in Wohngemeinschaften bekommen oft nur Stufe 3 (451 €), obwohl sie eigenständig wirtschaften und Stufe 1 (563 €) zustünde. Differenz: bis zu 112 € im Monat.
- Mietkürzungen ohne Vorprüfung: Bevor das Jobcenter die Miete kürzt, muss es ein „schlüssiges Konzept" vorlegen und eine sechsmonatige Kostensenkungsaufforderung schicken. Passiert oft nicht — Kürzung trotzdem.
- Übersehene Mehrbedarfe: Schwangerschaft (+ 17 %), Alleinerziehend (+ 12–60 %), kostenaufwändige Ernährung bei Diabetes / Zöliakie, dezentrale Warmwasserbereitung — viele Ansprüche stehen Empfängern zu, werden im Bescheid aber nicht ausgewiesen.
- Einkommensanrechnung mit falschen Freibeträgen: Erwerbstätigen-Freibetrag (100 € + 20 % von 100–520 € + 10 % von 520–1.000 €) wird gerne falsch berechnet — oft zugunsten des Jobcenters.
- Sanktionen ohne Anhörung: Vor jeder Leistungsminderung muss eine schriftliche Anhörung erfolgen (§ 24 SGB X). Fehlt sie, ist der Bescheid anfechtbar.
Was wir machen — Schritt für Schritt
- Du schickst uns deinen Bescheid als Foto — per WhatsApp, Email oder über unser Kontaktformular. Name und Adresse darfst du schwärzen, das ist OK. Wichtig ist, dass die Bewilligungsbeträge, das Aktenzeichen und die Rechtsbehelfsbelehrung lesbar sind.
- Wir prüfen ihn binnen weniger Minuten. Unser digitales Vorprüfungs-System wurde speziell auf Sozialleistungsbescheide trainiert und kennt die typischen Fehlerquellen. Es liefert ein strukturiertes Ergebnis: was sieht plausibel aus, was hat Auffälligkeiten, wo lohnt sich ein zweiter Blick.
- Du bekommst eine Antwort in deiner Sprache. Wir antworten auf Deutsch, Englisch, Türkisch, Arabisch, Russisch, Ukrainisch oder Persisch — je nachdem, wie du uns geschrieben hast.
- Falls Widerspruch sinnvoll ist: wir vermitteln dich an einen qualifizierten Sozialrechts-Anwalt aus unserem Partnernetz. Die Kosten dafür werden über die staatliche Beratungshilfe oder Prozesskostenhilfe abgedeckt. Du zahlst nichts.
- Wenn nichts auffällig ist: sagen wir dir das ehrlich. Wir reden dir nichts ein, was nicht da ist.
Was wir nicht sind
Wir sind keine Anwaltskanzlei. Die rechtliche Vertretung übernehmen ausschließlich qualifizierte Anwälte aus unserem Partnernetz, die im Anwaltsregister der Rechtsanwaltskammer eingetragen sind. Wir sind die erste Anlaufstelle: wir hören zu, prüfen vor, und vermitteln weiter.
Wir sind keine kommerzielle Plattform. Der Verein finanziert sich durch Spenden, Förderungen und ehrenamtliches Engagement. Wir nehmen kein Geld von Empfängern — weder Provision, noch Erfolgsanteile, noch versteckte Gebühren.
So nimmst du Kontakt auf
Hinweis zum Datenschutz: dein Bescheid wird vertraulich behandelt und nur zur Prüfung verwendet. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.